Nachdem ich mich in den letzten Monaten verstärkt mit
Statistiken und Umfragen zum Thema Frauen, Familie, Beruf und Selbständigkeit befasst habe, bei einer Fachtagung zum Thema Unternehmerinnen und ihre Besonderheiten teilgenommen habe und nächste Woche bei einer internationalen Konferenz zum Thema Working Parents zu Wort kommen werde, ist mir klargeworden:
einerseits besteht in unserer Gesellschaft nach wie vor
großer Handlungsbedarf und ist einiges an Veränderungen nötig, um Frauen und Männern ein lebenswertes und ausgeglichenes
Leben mit Kindern ohne massiven Stress zu ermöglichen und dabei Familie, Arbeit, Beziehung, Alltag und Freizeit unter einen Hut zu bringen.
Es sind variable
Teilzeitstellen für Mann und Frau in den Betrieben nötig, einiges mehr an kompetenter und
flexibler Betreuung für Kleinkinder von 0-3 Jahren, mehr Betreuungsangebote außerhalb der Ballungszentren von
gut ausgebildeten und gut bezahlten Fachkräften, und finanzieller Ausgleich in Zeiten von geringerem Einkommen und größeren Ausgaben in der Familie, damit Teilzeitstellen in Anspruch genommen werden können und das Auskommen einer Familie mit vermehrten Betreuungsaufgaben gesichert ist.
Es wird Zeit, dass
betreuungsintensive und unbezahlte Arbeit aufgewertet wird, sowohl als Wert selbst in der Gesellschaft als auch über das Medium Geld. In unserer
Dienstleistungsgesellschaft ist es schon lange nötig, dass die Arbeit an einer Maschine/Computer/Geld nicht höher bezahlt wird als die Arbeit am Menschen. Im Gegenteil, der
Dienst am Menschen selbst ist wesentlich
höher zu bewerten, da er mehr Kompetenzen abverlangt (Wissens- und Sozialkompetenz).
Es wird dringend Zeit,
neue, spannende Rollenbilder in die Gesellschaft zu transportieren, sodass es ebenfalls zum Erfolg im Leben zählt,
Kinder zu glücklichen und verantwortungsvollen Erwachsenen großzuziehen, eine befriedigende Partnerschaft zu führen, sich um andere zu kümmern – ob Eltern, Nachbarn, Bedürftige, Benachteiligte oder alte Menschen – und sich dafür Zeit und Geld nehmen kann (eventuell als eine Art sozialer Dienst, der über das neu diskutierte Grundeinkommen abgegolten werden könnte).
Es gibt soviel mehr Varianten, ein zufriedenes Leben unter Ausschöpfung aller
kreativen und sozialen Fähigkeiten zu führen, als derzeit in den meisten Köpfen der Menschen existiert oder über Werbung, Fernsehen und andere Medien gezeigt wird.
Und andererseits ist mir klar geworden, dass im Netzwerk der Business-Mamas bereits viele
Frauen dabei sind, die
genau das schon tun:
ihr eigenständiges
kreatives Lebensmodell zu leben, in dem sie all das unterbringen, was zu ihrem Leben gehören soll, also Kinder, Beruf, eigenes Unternehmen, Partner, Hobbys, Freunde und Erholung, dabei immer wieder eine
neue Balance finden müssen und dadurch ihre einzigartigen Wege gehen.
Und genau diese Storys über Family-Work-Balance möchte ich als neue Rubrik installieren. Ich möchte Frauen zu Wort kommen lassen mit ihren ganz persönlichen, abwechslungsreichen Lebensgeschichten, um damit auch anderen Frauen Mut zu machen,
Familie und Beruf kreativ zu verbinden und ihnen
Lust auf eigene Kinder und
eigenes Business, Beruf oder Karriere zu machen, jede auf ihre Weise.
Ohne dabei die
Krisen, Durststrecken oder Schickschalsschläge beschönigen zu wollen, die in jeder Biographie vorkommen. Meistens jedoch können sie im Rückblick als große Entwicklungschancen gesehen werden, und als
Auslöser, wichtige Bereiche im Leben so zu
verändern, dass der Lebensweg noch mehr zum ganz eigenen wird.
In diesem Sinne freue ich mich in Zukunft auf viele neue Geschichten von Frauen über ihr kreatives Lebensmodell und auf zahlreiche interessierte LeserInnen !
Ihre
Gabriele König
redaktion@business-mamas.atwww.business-mamas.atQuelle: Gabriele König, Foto: Sonja Magdihs