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Bild zu "Unternehmerinnen - Frauen machen von sich reden!"
Nachlese zur Fachtagung „Unternehmerinnen - Frauen machen von sich reden!" gemeinsam veranstaltet von AMS Österreich / Wirtschaftskammer Wien / abif am 15. Februar im Gewerbehaus Wien:

Mehr als ein Drittel aller österreichischer Unternehmen werden von Frauen geführt, Tendenz leicht steigend.

Typische Frauen-Unternehmen haben einige Gemeinsamkeiten:
sie sind vorwiegend KMUs, davon 50% EPUs, 90% aller Frauen-Betriebe haben Umsatzgrößen unter 1 Mio. EUR pro Jahr und sind zum größten Teil im Dienstleistungssektor und Handel zu finden.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass Frauen ihre Unternehmensgründung sorgfältiger vorbereiten, weniger Risikokapital aufnehmen und weniger Insolvenzen anmelden als Männer, also eine nachhaltigere Unternehmensführung betreiben.

In der Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Unternehmerinnen wurde auch die Tatsache beleuchtet, dass Frauen nicht ausschließlich am ständigen Wachstum interessiert sind, sondern oft als Einzelunternehmerin oder KMUs mit der Größe des Betriebes oder den Umsatzzahlen zufrieden sind.

Als ganz, ganz wichtig erachtet wurde ein modernes Zukunftsbild für Kinder und Jugendliche, das über Medien, Öffentlichkeitsarbeit und Vorbilder zu transportieren ist, um Mädchen und jungen Frauen zu zeigen, dass Unternehmerinnen mit ihren Betrieben als lebens- und erstrebenswertes Berufsbild und Vorbild fungieren.

Im Anschluss die Einzelvorträge der Expertinnen:

MMag. Eva Heckl zum Thema:
Unternehmerinnen in Österreich - Daten, Fakten, Motive, Barrieren


Obwohl rund ein Drittel der UnternehmerInnen Frauen sind und die Frauenquote unter den GründerInnen kontinuierlich steigt, ist das Bild des Entrepreneurs männlich geprägt. Denn die von Frauen gegründeten und geleiteten Unternehmen unterscheiden sich von denen der Männer.

Frauen sind besonders in bestimmten Wirtschaftszweigen wie im Dienstleistungsbereich, im Tourismus und im Handel selbstständig tätig, was die horizontale Segregation am Arbeitsmarkt widerspiegelt. Frauenunternehmen sind auch kleiner: So sind Frauen unter den Ein-Personen-Unternehmen überrepräsentiert (36% der EPU werden von Frauen geleitet), während bei den Unternehmen ab zehn MitarbeiterInnen der Frauenanteil nur mehr bei 15% liegt (Quelle: Statistik Austria). Auch sind Frauenunternehmen vorwiegend in kleinen Umsatzgrößenklassen zu finden.

Warum aber gründen Frauen Unternehmen? Die meisten reizt die Möglichkeit, selbstständig arbeiten und eigene Ideen umsetzen zu können. Dieser Drang nach Unabhängigkeit ist nicht frauenspezifisch. Aber viele Frauen gründen auch ein Unternehmen, um eine flexiblere Zeiteinteilung zu erreichen und Beruf und Familie besser vereinbaren zu können – ein frauentypisches Gründungsmotiv, das im traditionellen Rollenbild der Geschlechter ihren Ursprung hat. Und auch viele Probleme aufwirft, da sich rund die Hälfte der Unternehmerinnen durch die Mehrfachbelastung in ihrer unternehmerischen Tätigkeit beeinträchtigt fühlt.

Darum orten auch viele Unternehmerinnen in der Vereinbarkeit von Familie und selbstständiger beruflicher Tätigkeit großen Unterstützungsbedarf. Daneben wünschen selbstständig tätige Frauen Unterstützung in erster Linie in Bereichen, in denen sie sich nicht „sattelfest“ fühlen – in Fragen des Managements, der Finanzierung sowie steuerliche und rechtliche Fragen – und sind auch überwiegend bereit, sich beraten zu lassen.



Elisabeth Sechser, MSc
Anforderungen bei Neugründungen: von der Vorbereitung bis zur Umsetzung – Ressourcen und Förderungen für Unternehmerinnen


1. Wichtige Ressourcen und Erfolgsfaktoren, die es vor Beginn abzuklären gilt:
o Sind Sie ein Unternehmertyp?
o Lassen sich Ihre sozialen/ gesellschaftlichen/ finanziellen Rahmenbedingungen mit einer Unternehmensgründung und einem Alltag als Unternehmerin vereinbaren?

2. Ressource - Finanzielle Förderungen/ Zuschüsse, Kredit, Haftung & Standortförderung
Ein paar Beispiele für Förderungen: Gründersparen, JungunternehmerInnenförderung (Zuschuss), Gemeinsame Kreditaktion Jungunternehmerkredit (Kredit), Haftungsübernahmen Mikrokredite für gewerbliche kleine Unternehmen, Neugründungsförderung der WK (Neufög)

3. Ressource – Serviceleistungen und –stellen
Es gibt ein vielfältiges Serviceangebot für GründerInnen, Jungunternehmerinnen, Frauen in der Wirtschaft, Unternehmerinnen usw., darunter viele österreichweite sowie regionale/ bundesländer-spezifische Angebote. Sie erhalten einen Überblick über die Serviceleistungen und –angebote inkl. aktueller Beispiele: Gründerservice, Forum Ein-Personen-Unternehmen, Mingo, Nachfolgebörse, Franchisebörse, AMS – Unternehmensgründungsprogramm (UGP), WIFI – Gefördertes Coaching, Junge Wirtschaft Österreich, i2b, RIZ Niederösterreichs Gründeragentur, abz∗austria, diverse Plattformen und Netzwerke …

4. Ressource – Mentoring
Mentoring ist mittlerweile ein bewährtes Instrument zur Förderung von Jungunternehmerinnen und Karriere-Einsteigerinnen.

5. Ressource – Netzwerke
Netzwerke sind eine weitere Ressource, die Gründerinnen zugute kommen kann. Durch den Austausch mit anderen Gleichgesinnten, Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten werden das unternehmerische Handeln und die Unternehmerpersönlichkeit gestärkt.


Mag. Andrea Kirchtag, Frau & Arbeit Salzburg, beleuchtete die Bedeutung von Persönlichkeitfaktoren und Kompetenzen für den unternehmerischen Erfolg

Aus der Entrepreneurship-Forschung lassen sich folgende Persönlichkeitsmerkmale benennen, die für den unternehmerischen Erfolg von zentraler Bedeutung sind:

Kognitiver Bereich
• Moderate Risikobereitschaft
• Problemlösungsorientierung
• Kreativität in enger Koppelung an die Ambiguitätstoleranz (=Ungewißheitstoleranz)

Affektiver Bereich
• Belastbarkeit
• Emotionale Stabilität
• Antriebsstärke

Bereich der Motivation
• Leistungsmotivstärke
• Internale Kontrollüberzeugung
• Unabhängigkeitsstreben

Sozialer Bereich
• Durchsetzungsfähigkeit
• Anpassungsfähigkeit

Für das erfolgreiche unternehmerische Handeln reicht jedoch eine stark ausgeprägte Persönlichkeit alleine nicht aus. Ein breites Spektrum an Kompetenzen ist ebenso gefragt. Diese lassen sich untergliedern in:
• Personale Kompetenz
• Methodenkompetenz
• Sozialkompetenz
• Kompetenz bezüglich Produkt, Dienstleistung, Branche
• Betriebswirtschaftliche Kompetenzen

Alle Menschen kommen mit ureigenen, einmaligen Möglichkeiten zur Welt. Die Entfaltung von Fähigkeiten und Stärken hängt vom Zusammenspiel vielfältiger Faktoren ab, z.B.
• Förderung und Inspiration durch nahestehende Menschen
• Lernen durch Vorbilder
• Neugier und Interesse, etwas zu lernen und zu vertiefen
• Anforderungen und Aufgaben im Berufs- und Privatleben
• Schulische und berufliche Ausbildungen
• Berufserfahrungen

Kompetenz ist eine zentrale Ressource, über die UnternehmerInnen verfügen. Wir erwerben diese in sogenannten formalen und informellen Lernfeldern. Wesentlich ist es, sich seiner Stärken bewusst zu werden, Kompetenzlücken zu sichten und die eigene Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung im Sinne des unternehmerischen Erfolges permanent voranzutreiben.


Vertiefende Links zu den Themen:

www.abif.at
www.ams-forschungsnetzwerk.at
www.wko.at
www.die-unternehmerinnen.info
www.frau-und-arbeit.at
www.arbeiten-in-salzburg.at
www.kmuforschung.ac.at
www.sichtart.at
www.euf.cc
www.abzaustria.at
www.alphafrauen.org


Text: www.abif.at, Redaktion, Foto: abif
 
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